Am 19. März 2026 fand an der Universität der Bundeswehr München im Rahmen der Veranstaltung meet B(w) – dem Netzwerk von Frauen und für Frauen in der Bundeswehr – der Workshop „FemPower“ statt. Im Mittelpunkt stand die zentrale Fragestellung, wie die Bundeswehr der bestehenden Unterrepräsentanz von Frauen begegnen kann. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der gezielten Förderung der körperlichen Leistungsfähigkeit von Soldatinnen als möglicher Schlüssel zur Stärkung von Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Einsatzfähigkeit.

Der Workshop wurde durch Vertreterinnen und Vertreter des Instituts für Sportwissenschaften eröffnet. Frau Prof. Dr. Annette Schmidt und Dr. Tom Brandt gaben zunächst einen fundierten Einblick in die aktuelle wissenschaftliche Arbeit des Instituts, insbesondere im Bereich der körperlichen Leistungsfähigkeit. Dabei wurde deutlich, dass Leistungsfähigkeit ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren darstellt. Neben physiologischen Aspekten wie Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit spielen auch Ernährung, Schlaf sowie psychologische Faktoren wie Motivation und Stress eine entscheidende Rolle. Ergänzend beeinflussen Umweltbedingungen – etwa Ausrüstung, Klima oder zeitliche Belastungen im Alltag – die Leistungsentwicklung maßgeblich.
Auf dieser Grundlage wurde im weiteren Verlauf des Workshops der Praxisbezug hergestellt. Hauptmann Katharina Petersen führte interaktiv durch den Workshop und zeigte anschaulich, wie funktionales Training als effektives Mittel zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit eingesetzt werden kann. Im Gegensatz zu isolierten Trainingsformen orientiert sich funktionales Training an grundlegenden Bewegungsmustern, die im militärischen Alltag unmittelbar relevant sind. Dazu zählen beispielsweise Bewegungen wie Heben (Hinge), Tragen (Carry), Drücken (Push), Ziehen (Pull) oder Fortbewegung (Locomotion). Ziel ist es, den Körper ganzheitlich und praxisnah zu trainieren, um den spezifischen Anforderungen des Dienstes gerecht zu werden.
Ein weiterer zentraler Aspekt des Workshops war die Vermittlung grundlegender Trainingsprinzipien. Besonders hervorgehoben wurde, dass Training nur dann wirksam ist, wenn gezielte Belastungsreize gesetzt werden, die über ein gewisses Intensitätsniveau hinausgehen. Ebenso entscheidend ist die geplante Regeneration, da die eigentliche Anpassung des Körpers in den Erholungsphasen erfolgt. Die Teilnehmenden arbeiteten in Gruppen an konkreten Szenarien und entwickelten eigene Trainingsansätze, wodurch ein intensiver Austausch und eine hohe Praxisorientierung gewährleistet wurden.
Als besonderer Gast war zudem Bianca Rech vor Ort. In ihrer Rolle als ehemalige Sportsoldatin nahm sie am Workshop teil und verschaffte sich einen Einblick in die Initiative sowie die Inhalte und Zielsetzungen von „FemPower“. Ihr Besuch unterstrich die Relevanz des Themas und die übergreifende Bedeutung körperlicher Leistungsfähigkeit im militärischen wie auch im sportlichen Kontext.
Darüber hinaus wurde im Workshop auch das Thema Zyklustraining angesprochen. Hierbei geht es darum, Trainingsbelastungen an die individuellen physiologischen Voraussetzungen von Frauen anzupassen, um Leistungsfähigkeit und Regeneration optimal zu unterstützen. Dieser Ansatz verdeutlicht, dass eine zielgerichtete Förderung von Soldatinnen nicht in einer Angleichung an bestehende Strukturen bestehen sollte, sondern vielmehr in der Berücksichtigung spezifischer Bedürfnisse und Potenziale.
Insgesamt zeigte der Workshop „FemPower“ eindrucksvoll, dass die Förderung der körperlichen Leistungsfähigkeit von Frauen in der Bundeswehr ein vielschichtiger Ansatz ist, der sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch praxisorientierte Trainingskonzepte vereint. Funktionales Training kann hierbei eine zentrale Rolle spielen, um Soldatinnen gezielt zu stärken und langfristig zur Erhöhung ihres Anteils in der Bundeswehr beizutragen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass nachhaltige Veränderungen nur durch ein Zusammenspiel aus strukturellen Maßnahmen, individueller Förderung und einem offenen Austausch innerhalb des Netzwerks erreicht werden können.
Erstellerin: H Katharina P. (2026)
