Die allgemeine Vorsorge findet bei der Bundeswehr ab dem 35. Lebensjahr alle 3 Jahre statt. Hier berät dich dein SanVersZentrum, welche Untersuchungen in welchem Alter sinnvoll sind und durchgeführt werden sollten. Vor dem 35. Lebensjahr wird bei Kassenpatient:innen eine einmalige Blutabnahme angeboten. Die Bundeswehr führt im Rahmen von Begutachtungen zusätzlich auch vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig allgemeine Untersuchungen wie Laborwerte, Blutdruckmessung, Hörtest, Sehtest, körperliche Untersuchungen, jeweils angepasst an die Fragestellung (Führerschein, Einzelkämpfer, Fallschirmsprungverwendungsfähigkeit u.v.m.) durch. Du bist also präventivmedizinisch bei der Bundeswehr recht gut versorgt. Auch dein Impfstatus wird regelmäßig kontrolliert und aufgefrischt. Deine Vorsorgeuntersuchungen solltest du aber nicht verpassen..
Zusätzlich sollte jede Frau jährlich zu ihrer Gynäkologin zur gynäkologischen Vorsorge gehen. Hierfür bekommst du eine Überweisung (Formblatt 0217) von deinem SanVersZentrum. Diese Untersuchung ist wichtig. Vom 20.-34. Lebensjahr findet jährlich ein PAP-Abstrich statt, ab dem 35. Lebensjahr wird der Abstrich nur noch alle 3 Jahre gemacht. Die Brust wird aber jährlich auf Brustkrebs abgetastet. Ab dem 50. Lebensjahr wird eine Mammographie zur Brustkrebsvorsorge empfohlen.
Solltest du noch nicht gegen HPV geimpft sein, empfehlen wir im SanVersZ Bad Reichenhall, dies unbedingt bis zum 26. Lebensjahr nachzuholen. Die S3-Leitlinie dazu wird gerade überarbeitet, aber die meisten Krankenkassen bieten es bis zum 26. Lebensjahr an. Die Impfung kann dein SanVersZ für dich beantragen und führt sie durch. Bitte bespreche dies individuell mit deinem TrArzt oder deiner TrÄrztin.

Apropos Impfungen: hier möchten wir etwas tiefer einsteigen.
Ein Beitrag von OFA Dr. Gläsle
Der Impfstatus von Soldat*innen ist meist sehr gut und auf aktuellem Stand, da bei den verschiedenen Begutachtungen immer der Impfstatus mitkontrolliert wird. Wir wollen hier aber auch auf Impfungen eingehen, die über den sogenannten Inlands/Basis-Schutzhinausgehen.
Bei bestimmten Vorerkrankungen werden Impfungen zu früheren Zeitpunkten empfohlen, als hier beschrieben. Bitte sprechen Sie hierfür mit ihrer Truppenärzt*in. Bestimmte Berufsgruppen (z.B. medizinisches Personal) brauchen ggf. zusätzliche Impfungen, sprechen Sie auch hier mit ihrer Truppenärzt*in.
Bei Reisen in bestimmte Länder gibt es auch spezielle Reiseimpfungen, auf diese werden wir hier nicht eingehen, da diese Empfehlungen je nach Land, Reiseart und Risiken (wie Vorerkrankungen, Medikamente u.a.) sehr unterschiedlich sein können.
HPV-Impfung
(HPV = Humane Papillomviren)
Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für alle Kinder (Jungen und Mädchen) ab dem Alter von 9 Jahren bis zum Alter von 14 Jahren.
Das Nachholen der Impfung empfiehlt die STIKO für ungeimpfte Jugendliche bis zu ihrem 18. Geburtstag.
Die Impfung schützt umso besser vor Gebärmutterhalskrebs, desto früher geimpft wird, vor allem, wenn beim Impfling noch kein Kontakt zu HPV stattgefunden hat. Trotzdem sollten nicht geimpfte Personen bis zum 18. Lebensjahr noch geimpft werden.
Je nach individueller Lebensführung kann eine Impfung auch nach 18 noch sinnvoll sein, bitte sprechen Sie hierfür mit Ihrer Truppenärzt*in.
In Deutschland gibt es zwei verschiedene Impfstoffe:
– Cervarix: schützt gegen HPV-Typen 16 und 18
– Gardasil 9: schützt gegen die Typen 6, 11, 16, 18 31, 33, 45, 52 und 58
Impfschema:
Bis zu einem Alter von 14 Jahren:
– 2 Impfdosen, die zweite Impfdosis im Abstand von 5-13 Monaten zur ersten Dosis.
Ab dem Alter von 15:
– 3 Impfdosen:
Gardasil 9: 2. Impfstoffdosis 2 Monate nach der 1. Gabe und die 3. Impfstoffdosis 6 Monate nach der 1. Gabe (Impfschema 0, 2, 6 Monate).
Cervarix: 2. Impfstoffdosis 1 Monat nach der 1. Gabe und die 3. Impfstoffdosis 6 Monate nach der 1. Gabe (Impfschema 0, 1, 6 Monate).
Nach aktuellem Kenntnisstand ist keine Auffrischimpfung nötig.
Was ist HPV eigentlich?
Es gibt, nach aktuellem Kenntnisstand, 230 verschiedene Humane Papillomviren. Diese werden in Hochrisiko-Typen und Niedrigrisiko-Typen unterschieden. Die Hochrisiko-Typen (u.a. 16 und 18) können bei Frauen und Männern an verschiedenen Lokalisationen zur Krebsvorstufen und auch Krebs führen (z.B. Gebärmutterhalskrebs, aber auch im Mund-und Rachenraum). Hiervor schützt die Impfung äußertgut.
Niedrigrisiko-Typen (v.a. 6 und 11) können zu Genitalwarzen (sog. Condylomen) führen. Diese sind zwar gutartig, können aber dennoch sehr belastend und störend sein.
Die Viren werden bei direktem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, am häufigsten passiert dies bei Vaginal- oder Analverkehr, aber auch bei Oralverkehr ist eine Transmission möglich. Ein Großteil der Genitalwarzen kann bei frühzeitiger Impfung mit dem Impfstoff Gardasil 9 verhindert werden.
Diese Impfungen empfiehlt die STIKO allen Erwachsenen:
Diese Empfehlungen gelten, wenn die von der STIKO empfohlene Grund-immunisierung abgeschlossen ist (Link zum Impfkalender siehe unten). Sollte dies nicht der Fall sein oder Sie Zweifel daran haben wenden Sie sich an Ihre Truppenärzt*in.
Auch bei bestimmten Vorerkrankungen werden zusätzliche Impfungen nötig oder es werden andere Zeitpunkte empfohlen. Besprechen Sie dies mit Ihrer Truppenärzt*in.
| Diphtherie und Tetanus(Wundstarrkrampf) | Alle zehn Jahre empfohlen |
| Keuchhusten (Pertussis) | einmalig, z.B. als Kombinationsimpfung bei der nächstfälligen Auffrischung gegen Diphtherie und Tetanus |
| Masern | nach 1970 geborene Personen über 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit |
| COVID-19-Basisimmunität | ? 3 Antigenkontakte (Impfung oder Infektion), davon mindestens eine Impfung |
Ab 60 Jahren:
Für Soldat*innen mit entsprechenden Vorerkrankungen oder aus speziellen Berufsgruppen (z.B. medizinisches Personal) werden manche der folgenden Impfungen auch schon vor dem 60. Lebensjahr empfohlen.
| COVID-19-Basisimmunität | ? 3 Antigenkontakte (Impfung oder Infektion), davon mindestens eine Impfung, sowie jährlich eine Auffrischimpfung im Herbst |
| Influenza (Grippe) | Jährlich im Herbst |
| Pneumokokken | Einmalig |
| Gürtelrose (Herpes Zoster) | Bestehend aus zwei Einzelimpfungen (keine Auffrischung nach aktuellem Kenntnisstand nötig) |
| RSV (Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus) | Nur bei besonderen Berufen und/oder schwerer Grunderkrankung, einmalig im Spätsommer/Herbst |
Ab 75 Jahren:
| RSV | Einmalig im Spätsommer/Herbst |
Was ist RSV eigentlich?
Das Respiratorische Synzytial-Virus gehört zu den typischen „Erkältungsviren“ und verursacht Infekte der oberen und unteren Atemwege. Vor allem bei Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen, Kleinkindern sowie älteren Erwachsenen kann es zu schweren (auch lebensbedrohlichen) Verläufen kommen. Immer wieder kommt es auch zu Ausbrüchen. Wie auch die Influenza (Grippe) kommt RSV saisonal in den Herbst- und Wintermonaten vor. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/RSV/FAQ_Liste_gesamt.html#entry_16871664
Indikationsimpfungen:
Indikationsimpfungen sind Impfungen, die nur für bestimmte Personengruppen empfohlen sind.
FSME:
Die Abkürzung FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dies ist eine Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird. Die Erkrankungenverläuft bei 70-95% der Infizierten symptomlos, selten kommt es allerdings zu Entzündungen des Rückenmarks und des Gehirns. FSME kommt vor allem in Bayern und Baden-Württemberg vor (Link für alle Risikogebiete siehe unten). Menschen, die in diesen Risikogebieten wohnen, aber auch Personen, die in der Forst- oder Landwirtschaft arbeiten, sollten sich impfen lassen.
In Deutschland gibt es zwei zugelassene Impfstoffe: FSME-Immun und Encepur.
Für beide Impfstoffe gibt es Kinderversionen, die ab einem Jahr zugelassen sind.
Impfschema:
FSME-Immun:
1. Impfdosis: Tag 0
2. Dosis: 1-3 Monate später
3. Dosis: 5-12 Monate später
1. Auffrischung: nach 3 Jahren
Weitere Auffrischungen: <60 Jahre: alle 5 Jahre, ab 60: alle 3 Jahre
Encepur:
1. Impfdosis: Tag 0
2. Dosis: 14 Tage – 3 Monate später
3. Dosis: 9-12 Monate später
1. Auffrischung: nach 3 Jahren
Weitere Auffrischungen: <50 Jahre: alle 5 Jahre, ab 50: alle 3 Jahre
FSME-Risikogebiete:
https://www.infektionsschutz.de/impfen/fuer-erwachsene/fsme-fruehsommer-meningoenzephalitis
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html
Hepatitis A/B
Hepatitis heißt Leberentzündung. Hepatitis A ist ein Virus, der über die Nahrung übertragen wird, Hepatits B wird über Blut und Geschlechtsverkehr übertragen und kann zu Leberzhirrose und Leberkrebs führen. Für Zivilisten ist es eine Indikationsimpfung (z.B. medizinisches Personal), für Soldaten eine Pflichtimpfung und wird im Rahmen der Grundausbildung ergänzt oder aufgefrischt.
MPox
Mpox ist eine Erkrankung, die durch das Monkeypoxvirus ausgelöst wird. Das Virus wird in zwei verschiedene Kladen eingeteilt, Klade I und II. Die Klade II war für den weltweiten Ausbruch 2024 verantwortlich. Die Übertragung erfolgte damals (und bis heute) hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr. Klade I findet sich hauptsächlich in Ländern in Zentralafrika und wird durch enge Körperkontakte zu Erkrankten übertragen. Mpox verursacht anfangs oft Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Zusätzlich können sich Hautveränderungen in Form von Flecken bis Pusteln bilden, diese verkrusten im Verlauf und fallen schließlich ab.
Für wen ist die Impfung empfohlen?
Bisher zeigten sich Infektionen mit Mpox in Deutschland fast ausschließlich bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). (Eine Übertragung ist aber auch bei heterosexuellen Kontakten möglich).
Aufgrund dieser Daten lautet die Empfehlung zur Impfung aktuell:
– Männer und trans- sowie nicht-binäre Personen, die Sex mit Männern haben und häufig die Partner wechseln.
– Außerdem gilt die Empfehlung für Sexarbeiter*innen.
Eine weitere Empfehlung gibt es für Personen die gezielte Tätigkeiten mit Mpox-Viren (MPXV) gemäß Biostoffverordnung ausüben (z.B. in Forschungseinrichtungen oder Laboratorien).
Impfschema:
– Wenn in der Vergangenheit noch keine Impfungerfolgt ist:
2 Impfstoffdosen Imvanex im Abstand von mindestens 28 Tagen.
– Wenn in der Vergangenheit bereits eine Impfunggegen Pocken erfolgt ist reicht eine Impfung mit Imvanex.
Bei immungeschwächten Personen werden auch bei bereits früher erfolgter Impfung zwei weitere Impfstoffdosen empfohlen.
Imvanex ist in Deutschland ab 12 Jahren zugelassen.
Impfschutz für Schwangere
• Grippe (Influenza)
Einmal im 2. Trimenon (bei Vorerkrankung (Asthma, Diabetes mellitus, Bluthockdruck) bereits im 1. Trimenon)
• Keuchhusten (Pertussis)
Schwangere ab der 28. SSW (beste Schutzwirkung im frühen 3. Trimenon), bei bekanntem Frühgeburtsrisiko bereits im 2. Trimenon
• COVID-19-Basisimmunität (? 3 Antigenkontakte (Impfung oder Infektion), davon mindestens eine Impfung)
Hier finden Sie den Impfkalender der STIKO:
Allgemeine Infos zu Impfungen:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/impfungen/schutzimpfungen.html
https://www.infektionsschutz.de/impfen/fuer-erwachsene
????????????????Stand: 23.11.2025
