Hi, ich bin Andrea!

©Foto: Privat

Als ich euren Beitrag bei Insta gesehen habe, musste ich lange überlegen, ob ich nach fast 30-jähriger Dienstzeit, in der ich einfach nur meiner Abreit nachgegangen bin, den anderen Frauen etwas zu sagen habe, ob ich mir das rausnehmen kann. Bis mir eingefallen ist, dass mein jüngeres unsicheres Ich vielleicht dankbar für meine Erfahrungen gewesen wäre.

Mein Name ist Andrea, ich bin 52 Jahre alt, Beamtin in der Bundeswehrverwaltung seit 1996. Ich habe 4 Söhne im Alter zwischen 25 und 11 Jahren, mit den ersten beiden war ich lange Jahre alleinerziehend. Nun bin ich in zweiter Ehe verheiratet, die beiden jüngeren Söhne haben aufgrund Behinderung einen erhöhten Pflege- und Betreuungsbedarf. Unser Familienalltag war nicht immer einfach zu bewältigen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir gerade meine Arbeit, meine Kolleginnen und Kollegen und die Menschen, für die wir tätig sind, sehr viel Kraft gegeben haben. Und das ist etwas, wofür ich bis heute sehr dankbar bin.

Ich war fast 25 Jahren im sozialen Entschädigungsrecht tätig, ein heraus-fordernder, aber auch sinnstiftender Auftrag. Seit 2 Jahren bin ich nun für die Personalratstätigkeit freigestellt.

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Mir war es immer wichtig, authentisch und unserem Auftrag treu zu bleiben, auch wenn ich mich damit manchmal nicht unbedingt beliebt gemacht habe oder von Vorgesetzten als unbequem wahrgenommen wurde. Aber ich habe gelernt, dass es wichtiger ist, seinem eigenen beruflichen Kompass zu folgen, als immer mit der Masse mitzuschwimmen oder vor allem den Erwartungen von Vorgesetzten entsprechen zu wollen.

Also nicht in erster Linie darüber nachzudenken: Was möchte mein Vorgesetzter jetzt von mir hören? Sondern: Was ist richtig? Was ist für den Menschen, für den wir da sind, richtig!

Unseren Auftrag gut zu erfüllen heißt für mich deshalb auch, genau hinzuschauen, zuzuhören und den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Was ich meinen Kolleginnen – gerade auch den Berufsstarterinnen – mitgeben möchte:

Bleibt euch selbst und eurem dienstlichen Auftrag treu, auch wenn es unbequem ist. Habt den Mut zu einer eigenen Haltung und verliert bei allem, was der Arbeitsalltag von uns verlangt, die Menschen nicht aus dem Blick.

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